Tätigkeitsbericht 2013

Dank der Unterstützung von Subventionsgebern, Sponsoren und Privatspendern ist es gelungen, wieder einige Zusatzprojekte zu realisieren. Die wichtigsten Projekte des Jahres 2013 werden hier angeführt:

Elterncoaching

Kinder und Jugendliche, die in ihrem bisherigen Lebensverlauf negative Erfahrungen gemacht haben werden durch die sozialpädagogische Arbeit im Kinderdorf stabilisiert, ihre Entwicklungsrückstände werden aufgeholt und Kompetenzen gefördert.

Das Kinderdorf kann die Familie jedoch nicht ersetzen! Um die positive Entwicklung der Kinder sicherzustellen ist es notwendig parallel mit der Herkunftsfamilie zu arbeiten und diese zu stärken.

Das Angebot des Elterncoachings beinhaltet:

  • Elterngruppen (vorerst informeller Rahmen: zB Spielzeug, Fahrräder, Kleidung,F reparieren)
  • Elternbildung (auch im Rahmen von Seminaren): Die Inhalte sollen sich an den Bedürfnissen der Eltern orientieren. Coaching in der Gruppe führt weg vom Einzelkämpfertum. Man erlebt, dass andere ähnliche Probleme haben. Das eigene Verhalten kann im Rollenspiel (mit Videodokumentatiom) beobachtet werden. Darauf aufbauend werden geeignete Verhaltensmuster gefunden und trainiert.
  • Familienberatung/Erziehungsberatung (Reflexion von Erziehungssituationen)
  • Reflexionsangebote (Gespräche über Erziehungsstile, Familiengeschichten betrachten Konfliktsituationen, Beziehungsmuster, Befindlichkeiten beleuchten)

G’sundes Kinderdorf

Im G’sunden Kinderdorf verbinden wir ökologisches, handwerkliches und gärtnerisches Wissen um im Rhythmus der Natur zu gärtnern, Heil- und Wildpflanzen zu sammeln und diese Produkte mit ihren natürlichen Nährstoffen für die gesunde Küche und Hausapotheke zu nutzen.

Zudem soll auch den Eltern der Kinder die Möglichkeit geboten werden sich in das Projekt einzubinden, mitzuarbeiten und etwas Positives für die Gesundheit ihrer Kinder zu leisten.

Den Kindern wird durch die Natur- und Gartennutzung die Möglichkeit gegeben:

  • sich aktiv mit Natur und Umwelt zu beschäftigen
  • sich produktiv zu betätigen
  • die Freizeit sinnvoll zu gestalten
  • verschiedene handwerkliche Tätigkeiten kennenzulernen
  • Interessen und Talente zu entdecken
  • sich persönliche Ziele zu stecken und diese durch Konstanz auch umzusetzen

Durchs Leben tanzen

Zur Begleitung der Kinder werden verstärkt tanz- und kunsttherapeutische Ansätze angeboten, an deren Ende auch ein „herzeigbares Ergebnis“ steht, auf das die Kinder stolz sein können.

Zielsetzungen:

  • Bearbeitung ihrer traumatischen Erlebnisse
  • Verbesserung der Selbstwahrnehmung
  • Förderung des Gemeinschaftsgefühls
  • Stärkung des Selbstwertgefühls
  • Entwicklung neuer Kompetenzen (Film, Grafik usw.)

Heilpädagogisches Reiten und tiergestützte Pädagogik

Heilpädagogisches Reiten ist v.a. in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen eine ideale Methode, um die Gesamtpersönlichkeit des Kindes und Jugendlichen anzusprechen. Heilpädagogisches Reiten wird von den Kindern und Jugendlichen als pädagogisches-psychologisches Verfahren akzeptiert, ohne dass es als eigentliche Therapie empfunden wird. Bei dieser Methode bieten sich durch fortwährende Sinneseindrücke, Bewegungsangebote, Bewegungserfahrungen und die ständige Interaktion, die sich zwischen Kindern und Jugendlichen – Pferd – Pädagogen – Gruppe ergeben, viele Möglichkeiten des Lernens und der Entwicklung. Dabei wird versucht Menschen mit Teilleistungs- und Lernschwächen, Verhaltensauffälligkeiten, geistiger Behinderung, Sinnesbehinderung, Wahrnehmungs- und Sprechstörungen, Störungen im emotionalen und sozialen Bereich zu fördern.

Im Europahaus des Kindes, wird über die Reittherapie hinaus, versucht, durch einen Tierstall mit Lamas, Schafen, Ziegen und Hunden Defizite der Kinder auszugleichen. Die Kinder versorgen die Tiere abends und am Wochenende, dies fördert Ihr Verantwortungsbewusstsein. In kleinen Gruppen und mit Hilfe einer Mitarbeiterin werden abwechselnd die Ställe ausgemistet sowie Heu und Wasser verteilt. Soziale Defizite der Kinder werden ausgeglichen und sie haben etwas, auf das sie stolz sein können. Eine Heilpädagogin betreut Kinder in Einzelförderstunden und kann so auf besondere Bedürfnisse eingehen. Die Methode und die Zielsetzung ist abhängig vom Kind und regelmäßig wird reflektiert, ob die Ziele erreicht werden und wie der weitere Verlauf der Betreuung aussehen soll.

Mal- & Gestaltstherapie

Kunsttherapie ist zunächst eine Therapieform, die zusätzlich zum Gespräch verschiedene künstlerische Methoden (Malen, Musik, usw.) in den Prozess miteinbezieht. Im Mittelpunkt der Kunsttherapie steht der Mensch in seinen jeweiligen Lebensphasen, mit seinen Fragen oder Problemen und mit seinem Bedürfnis, eine Möglichkeit und Form des Ausdrucks für seine inneren Bilder zu haben. Diese Bilder vermitteln einen direkten Zugang zu Erfahrungen, Erlebnissen, Wünschen, Gefühlen und Vorstellungen, die sich auch lösungsorientiert auf die Zukunft beziehen können. Über den künstlerischen Ausdruck wird ein therapeutischer Dialog eingeleitet. Kinder haben einen positiven und meist schnellen Zugang zu ihren inneren Bildern und kreativen Potenzialen, sie verstehen es besonders, die Möglichkeiten künstlerischen Tuns für sich zu nutzen. Kinder mit einer Behinderung erfahren eine besonders wertvolle Begleitung und Unterstützung in ihrer Entwicklung und Lebensbewältigung.